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Weihnachten Ein 24. Dezember. Es ist schon ein besonderer Tag. Eigentlich hätte ich arbeiten müssen. Ich hatte einen Job, für ein Hotel Gäste an Weihnachten, in Weihnachtsstimmung fotografieren. Meiner ganzen Pflichtverwandschaft, die ich sonst immer zu besuchen habe, sagte ich ab, " ach du armer, mußt arbeiten". Es regnete, es war eine unendlich trübselige Stimmung, da kann man keine Weihnachtsstimmungfotos machen. Wir ließen es. Die Anspannung, die ich vor so einem Job habe löste sich schlagartig. Mir wurden Stunden geschenkt, Stunden, die ich sonst immer mit weihnachtlichen Verpflichtungen fülle, Stunden, die mir normalerweise unendlich lästig waren. Tja, was tun. Nichts tun. Rausgehen. Spazieren gehen, was ist los, draußen, rund um den Marktplatz. Es war eine eigenartige Stimmung, kann schlecht erklären warum. Kinder spielten in der Marktmühle, ruhig, gelassen. Sicher waren sie voller Erwartung auf das Christkind, aber sie waren ins Spielen vertieft. Füllten Wasser aus einer Lache in eine Sektflasche, immer wieder. Die vorweihnachtliche Nervosität spielte sich anscheinend drinnen in den Häusern ab. Eine alte Frau kam raus, mit einem nackten und dürren Christbaum. Sie wollte ihn wegwerfen. "Wollen sie ihn?" Diese Frau schenkte mir ihren Christbaum. Sie wollte ihn wegwerfen, seit November steht er wahrscheinlich in ihrer Stube, er nadelte gewaltig, und ein paar Stunden vor seinem Moment will sie ihn wegwerfen. Und ich hatte einen Christbaum, obwohl ich mich dieses Jahr um keinen gekümmert habe. Ich bekam einen im letzten Moment geschenkt. War baff. Ging heim und nagelte ein Brett als Ständer unten dran, und betrachtete ihn. Dann fing das gären an, mußte was tun. Ging ins Labor, entwickelte meine Aufnahmen der letzten Stunden, betrachtete alte, heftete sie zu einem Büchlein zusammen, fügte Zitate und Gedanken dazu. Ich war zufrieden, zwanzig Fotos, etwas Text, nett. Es war mein erstes in dieser Art, machte eine Auflage von zehn Stück. Um acht Uhr war ich fertig und ich verschenkte meine Büchlein. Das erste bekam Susi Zellner vom Hotel, die mir diesen halben Tag durch den geplatzten Auftrag schenkte. Karl Krieg fragte ich mal, darf ich Zitate auf diese Art verbreiten? So einfach kann man das nicht beantworten, man darf zitieren, aber ein Zitat ist ja eine geschlossene Sache u.s.w. aber ich soll meine eigenen Sachen verwenden "fällt dir eh selber was ein" . Seitdem zitiere ich nicht mehr. |
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